Eine Geschichte der deutschen Plakatwettbewerbe

Buchcover PlakatwettbewerbeAusschnitt aus dem Buchcover

Der Band „Best German Posters“ aus der Buchreihe A5 behandelt die wechselvolle Geschichte der Plakatwettbewerbe in Deutschland, verfolgt die Entwicklung ab 1949 in der Bundesrepublik und ab 1964 auch die in der DDR. Die Betrachtung wird dann ab 1990 gesamtdeutsch bis ins Jahr 2000 weitergeführt. Erstmals in dieser Form findet sich hier eine Gesamtbetrachtung des Themas überhaupt. Damit wird die Reihe auch mit diesem Band wieder ihrem selbst gesetztem Anspruch gerecht, wie es im Klappentext der Publikation heißt: „Die Reihe A5 versteht sich als wachsendes Archiv der Geschichte des Grafikdesigns. In Essays und Interviews, verbunden mit zahlreichen Abbildungen, werden in jedem Band herausragende Persönlichkeiten und wichtige Themen aus der Geschichte des internationalen Grafikdesigns vorgestellt. A5 ist eine Kooperation des labor visuell am Fachbereich Design der Hochschule Düsseldorf mit optik.“

Der einführende Text liefert einen komprimierten Durchlauf durch die Geschichte der Plakatwettbewerbe und verweist auf die historischen Abhängigkeiten, also wer hat wen zum Vorbild genommen, welche Modalitäten setzten sich durch, in welcher Abhängigkeit, Konkurrenz oder welchem Nebeneinander standen oder stehen die Wettbewerbe.

Die rund 300 Abbildungen zeigen stellvertretend für die insgesamt fast 4000 prämierten Plakate die Trends der Zeit. Ergänzt werden die Illustrationen durch zeitgenössische Zitate aus verschiedenen Zeitschriften, unter anderem von Eberhard Hölscher, Bernhard Nowak, Gerhart Braun, Axel Bertram, Jochen Fiedler, Hellmut Rademacher, Frieder Mellinghoff und Niklaus Troxler. Lesenswert sind auch die Interviews am Ende, Helmut Brade, Holger Matthies und 2xGoldstein nehmen aus sehr individueller Perspektive Stellung zu den Plakatwettbewerben. Es folgt das „Augenpulver“, die verdienstvolle Dokumentation der ausgewerteten Wettbewerbe.

Sich diesem Thema anzunehmen ist sehr verdienstvoll, und die Art wie dies geschehen ist sehr interessant und aufschlussreich. Eine Frage bleibt allerdings: Warum wurde der vom Fachverband für Außenwerbung seit 1965 (oder 1966?) durchgeführte Wettbewerb „Plakat- und Medien Grand Prix“ (heute PlakaDiva) nicht mit aufgenommen? Wird doch immer wieder bedauert, dass bei den Wettbewerben zu selten gute kommerzielle Arbeiten zu finden sind – hier haben sie ein Forum gefunden.

Eine Empfehlung bleibt das Buch, zu wünschen wäre unbedingt eine Fortsetzung und wären vielleicht auch weitere Untersuchungen zu den sich über die Jahre ableitenden Trends in Entwurf, Drucktechnik und Formatentwicklung.

Da das Buch im Eigenverlag erschienen ist, kann man es zum Preis von 28 EUR am besten bestellen über: www.a5design.de

Müller, Jens (Hrsg.): Best German Posters. Eine Geschichte der deutschen Plakatwettbewerbe, Düsseldorf 2016 (=A5/08).

In der Reihe sind bisher erschienen:
A5/01: Hans Hillmann – Das visuelle Werk, 2009 | A5/02: Philips-Twen – Der tonangebende Realismus, 2009 | A5/03: Celestino Piatti + dtv – Die Einheit des Programms, 2009 | A5/04: Kieler Woche – Geschichte eines Designwettbewerbs, 2010 | A5/05: Lufthansa + Graphic Design – Visuelle Geschichte einer Fluggesellschaft, 2012 | A5/06: HfG Ulm – Kurze Geschichte der Hochschule für Gestaltung, 2014 | A5/07: Rolf Müller – Geschichten, Systeme, Zeichen, 2014 | (Hrsg. jeweils Jens Müller, Optik Books, dt./engl.)