AUSTRIAN POSTERS NEU

Julius Klinger, Plakat zur Bewerbung des Berliner Flugplatzes Johannistal aus dem Jahr 1909 in einer Bearbeitung des Künstlers aus dem Jahr 1923

Erwartungsvoll sehen die vier altertümlich wirkenden Herren zum Himmel, neugierig, was es da bald zu sehen geben wird. Entworfen hat die Szene, die nach ihrer Entstehung bald in Berlin zu großer Popularität gelangte, Julius Klinger, der damit den Berliner Flugplatz Johannisthal im Jahr 1909 bewarb. Das Bild soll in unserem Kontext aber auch das – hoffentlich vorhandene – Interesse an der Neugestaltung von AUSTRIAN POSTERS symbolisieren. Sechs Jahren nach der Gründung des Online-Projektes war es an der Zeit, dem Magazin ein neues, zeitgemäßes Outfit zu verpassen.

Insgesamt kann man AUSTRIAN POSTERS durchaus einen erstaunlichen Erfolg bescheinigen: Sehr schnell haben die wichtigsten ProtagonistInnen der historischen Designforschung in Deutschland und Österreich das Projekt als Bereicherung ihrer Tätigkeit und nicht als Konkurrenz erkannt und begonnen, AP auch selbst als Publikationsforum zu nutzen. Diese zunehmende Mitarbeit von hervorragenden Autorinnen und Autoren führte zu auch einer inhaltlichen Erweiterung vom österreichischen Plakat hin zur Geschichte der visuellen Kommunikation. Die Geschichte der Plakate ist eben nicht zu schreiben, ohne auf deren Gesamtkontext, die kulturgeschichtlichen Aspekte, die Entwicklung der Fotografie, der Karikatur, der Presseillustration oder der Buch- und Zeitschriftengestaltung einzugehen. Darum trägt AUSTRIAN POSTERS nun auch den Untertitel „Beiträge zu Geschichte der visuellen Kommunikation“.

Was die Rezeption betrifft, so kann man auf das Fünf-Jahres-Jubiläum von AP im Mai 2015 verweisen: Damals konnten wir feststellen, dass seit der Gründung des Magazins bei 1,9 Millionen Zugriffen nicht weniger als  354.000 Seiten aufgerufen wurden. Mittlerweile konnten die Zugriffe auf 2,9 Million gesteigert werden – was für ein Special Interest Magazin in dieser Form doch beachtlich ist.

Ich möchte allen danken, die zu diesem Erfolg beigetragen haben: Autorinnen und Autoren, Leserinnen und Lesern und vor allem auch jener Szene, die mit Publikationen, Ausstellungen und Internetprojekten so aktiv ist, dass AUSTRIAN POSTERS darüber regelmäßig berichten kann. Besonders aber möchte ich an dieser Stelle dem leider zu früh verstorbenen Harald Huber danken, durch dessen technische Umsetzung und vor allem dank seiner Begeisterung für diese Idee AUSTRIAN POSTERS erst zu einem Internet-Medium werden konnte. Zu danken ist weiters Anton Nedoma, der den Fortbestand des Magazin in einer sehr kritischen Situation mit großem Engagement ermöglicht hat und nun den Input und sein Knowhow zur Neugestaltung der Website eingebracht hat.

Bei einem Anlass wie diesem sollte man trotz der Freude über das – wie wir meinen – gelungene Projekt doch die nötige bescheidene Zurückhaltung üben, die in der ersten Ausgabe der Zeitschrift „Das Plakat“ im Jahr 1910 gezeigt wurde, wo es hieß:

„Unseren Mitgliedern überreichen wir hiermit das erste Heft unserer Mitteilungen. Obgleich es sonst üblich ist, die Geburt eines Kindes allen, die es wissen und nicht wissen wollen, in hochtönenden Worten mitzuteilen und mit überschwänglichem Jubel zu feiern, möchten wir uns darauf beschränken, die vollzogene Tatsache kurz und bündig mitzuteilen.“