Neujahrskarten der Wiener Werkstätte

Arnold Nechansky, 1912

„The postcards of the Wiener Werkstätte, more than any other of its wide range of products, redeem the promise of its ambitious ideology. Basing on ideas from the British Arts and Crafts movement, the architect Josef Hoffmann, the painter Koloman Moser, and the textile industrialist Fritz Waerndorfer founded the Wiener Werkstätte in 1903 as a cooperative for the products of artisans”, schreibt der Kunsthistoriker Christian Witt-Dörring in seinem Beitrag zu dem Standardwerk „Postcards of the Wiener Werkstätte”.

Links: Hans Kalmsteiner, 1910 / Rechts: Arnold Nechansky, 1912

Tatsächlich konnte die Idee, Kunst und Alltag miteinander zu verbinden, mit dem relativ preisgünstigen Medium der Ansichtskarte gut verwirklicht werden, während die meisten anderen Produkte der Wiener Werkstätte dem teuren Luxussegment  zuzuordnen waren. Fast 1000 verschiedene, von anerkannten Künstlerinnen und Künstlern gestaltete Karten gelangten im Laufe der Zeit in den Handel.

Beide Abbildungen: Arnold Nechansky, 1912

Viele davon waren traditionellen Festen, wie Ostern, Weihnachten oder eben dem Jahreswechsel, gewidmet. Die verbildlichten Neujahrswünsche stammten unter anderem von Agnes Speyer, Franz Karl Delavilla, Carl Otto Czeschka, Maria Likarz, Arnold Nechansky oder Fritz Löwensohn. Auch dabei ist – wie überhaupt bei der Wiener Werkstätte – ein sehr früher Übergang vom Art nouveau zum Art deco bemerkbar.

Links: Anonym, 1912 / Rechts: Signatur E. T., 1912

Schmuttermeier, Elisabeth – Christian Witt-Döring (Ed.): Postcards of the Wiener Werkstätte. A Catalogue Raisonné. Selections from the Leonard A. Lauder Collection, Ostfildern 2010.

Christian Brandstätter hat Reprints von Kunstkarten der Wiener Werkstätte zu den Themen „Frohe Ostern“, „Winterzauber“, „Glückwunsch“, „Fröhliche Weihnachten“ und „Frohe Weihnachten“ im Verlag Brandstätter  herausgegeben.