Litfaßsäulen auf alten Postkarten

Innsbruck, Maria Theresienstraße

Neulich fiel mir eine ganze Schachtel mit alten Postkarten „vor die Füße“. Ich hatte zuerst überlegt, wer wohl damit etwas anfangen könne, dann aber hat mich doch die Neugier gepackt. Beim Durchsehen waren dann einige Karten dabei, die – ganz nebenbei sozusagen – auch Litfaßsäulen zeigten. Und da war er wieder, der Zweifel. Schon einmal, vor vielen Jahren, hatte ich versucht, auf alten Fotos die Plakate um 1900 zu finden, die sich als Prachtstücke in der einen und der anderen Sammlung befinden, Arbeiten von Bernhard, Hohlwein, Erdt, Scheurich usw. Ganz, ganz selten findet man das eine oder andere, die „Plakatwirklichkeit“ jedoch sah dann wohl im Schnitt doch etwas anders aus, als die wunderbar ausgewählten Plakate in den Sammlungen uns glauben (und hoffen) machen. Vielleicht aber war es damals ganz einfach so, wie es auch heute ist: Die wirklich guten Plakate hängen regional und kurze Zeit und die Wahrscheinlichkeit, dass gerade dann ein Foto gemacht wird, ist eben eher gering. Wenn man bedenkt, dass heute im deutschsprachigen Raum geschätzte 100.000 Motive pro Jahr (plus Auflage) gedruckt werden, so ist klar, die 150 bis 300 guten Plakate muss man fast suchen wie die berühmte Stecknadel im Heuhaufen.

Nichtsdestotrotz macht es trotzdem Spaß, sich die alten Schätzchen anzusehen, auch wie sie gedruckt sind, wie die Kolorierung angelegt wurde und was man sich eben so schrieb auf diesen Karten. Die kleine Auswahl jedenfalls macht Lust auf mehr und ich schaue mal, was sich noch so findet im Laufe der Zeit.