Suchen | Probieren | Machen: Plakate von Volker Noth

Ausschnitt aus dem Plakat zu den „7. Internationalen Filmfestspielen Berlin, 1977 (alle Plakate: © Volker Noth, Berlin)

„Museum kann Spaß machen“, lautet der Slogan eines der ansprechendsten Plakate aus dem interessanten Oeuvre von Volker Noth. Diese 1980er-Werbung für die Staatlichen Museen in Berlin kann auch für das Kunstmuseum Bayreuth gelten, das immer wieder die Ausstellungshalle im Rathaus der Stadt für attraktive Präsentationen nutzt. Grafikdesign spielt dabei eine wichtige Rolle, wie schon die Sommerausstellung 2015 zum Thema „Plakate ohne Bilder“ zeigte.

Im Jahr 2007 hatte das Kunstmuseum Bayreuth das sogenannte „Kleine Plakatmuseum“ als Geschenk des Privatsammlers Franz-Joachim Schultz übernommen. Und nun wurde diese Kollektion durch Volker Noth mit einer Donation von 364 Plakaten bereichert. So war es naheliegend, einen Teil dieses Bestandes in einer Ausstellung zu zeigen: Unter dem für die Arbeitsweise des Grafikers typischen Titel „Suchen | Probieren | Machen“ wird ein Überblick über das plakative Gesamtschaffen des Künstlers geboten.

Links: 1977 / Rechts: 1982 (© Volker Noth, Berlin)

Volker Noth wurde 1941 in Berlin geboren. Nach dem Abitur studierte er an der „Meisterschule für Graphik, Druck und Werbung“ im Rahmen der Hochschule der Künste in Berlin. 1971 gründete er gemeinsam mit seinem Studienkollegen Cordes Hauer ein Grafikatelier. Von 1977 bis 2001 war Volker Noth für das Erscheinungsbild der Internationalen Filmfestspiele Berlin verantwortlich und schuf dafür Arbeiten, die mittlerweile zu Ikonen des internationalen Kulturplakates geworden sind. Ab 1977 kam es auch zu einer engen Zusammenarbeit mit der Deutschen Kinemathek, für die Noth neben den Plakaten auch Bücher und Broschüren gestaltete. Im Jahr 1988 trennte er sich von seinem bisherigen Partner und gründete mit dem „Volker Noth Grafik-Design“ sein eigenes Atelier. Weiterhin blieb dabei anspruchsvolle Werbung für kulturelle Belange sein ausgesprochenes Spezialgebiet.

Links: 1994 / Rechts: 1995 (© Volker Noth, Berlin)

Im Jahr 2005 gestaltete das „Filmmuseum Berlin – Deutsche Kinemathek“ die erste Einzelausstellung zu Volker Noths Plakaten, 2009 folgte in Düren die Schau „Die Berlinale im Bild. Entwurfswege“ und 2013 im Deutschen Plakat Museum / Museum Folkwang die umfassende Ausstellung „Berliner Leben. Plakate von Volker Noth“. Damals umriss der Designer die idealen Rahmenbedingungen für eine gelungene Arbeit folgendermaßen: „Grafische Ideen und gestalterische Vorstellungen umsetzen – es ist schön, wenn dabei persönliche Neigung und berufliche Ambition zusammenkommen. Das wird aber nur möglich durch die Unterstützung, die Anregungen und das Vertrauen aller Beteiligten.“

Nun ist bis 26. August 2018 eine repräsentative Schau über das Plakatschaffen des Grafikers in Bayreuth zu sehen. Zur Ausstellung ist auch ein umfassender Katalog mit Beiträgen von Anita Kühnel und René Grohnert erschienen.

Weitere Hinweise:
Kunstmuseum Bayreuth