Joseph Maria Olbrich-Ausstellung im Wiener Museum Leopold

Detail aus dem Plakat für die Ausstellung der Darmstädter Künstlerkolonie, 1901 (Foto: Leopold Museum)

Der Architekt und Designer Joseph Maria Olbrich (1867 – 1908) hat einen hohen Stellenwert in der Kunst um 1900. Er gehörte zu den Gründungsmitgliedern der Wiener Secession, zeichnete verantwortlich für das Bauwerk der Künstlervereinigung und verlieh als Mitglied der Darmstädter Künstlerkolonie der deutschen Kunstszene wesentliche Impulse. Den avantgardistischen Vorstellungen seiner Zeit entsprechend widmete er sich in seiner Arbeit nahezu allen Lebensbereichen. Sein Spektrum reichte vom Entwurf von Häusern und Interieurs, dem Design von Stoffen und auch eines Automodells für die Firma Opel bis zu Buchillustrationen und Plakaten. Es war Olbrich mit den Plakaten zur zweiten und dritten Ausstellung der Secession vorbehalten, die markante Architektur des von ihm entworfenen Gebäudes zur Bildmarke zu stilisieren.
Ihm gelang damit eine elegante und aufsehenerregende Grafik, die in ihrer Modernität die Prinzipien des “sachlichen” Grafikdesigns der 1920er Jahre bereits 1898 vorwegnahm. Auch der Künstlerkolonie Darmstadt widmete er zwei Plakate, die mittlerweile zu den bedeutendsten Beispielen deutscher Plakatkunst gezählt werden (wie eine Reihe von diesbezüglichen Publikationen belegt).

Das Leopold Museum im Wiener Museumsquartier zeigt von 18.6. bis 27.9.2010 in Kooperation mit dem Institut Mathildenhöhe Darmstadt und der Kunstbibliothek – Staatliche Museen zu Berlin die mit 400 Exponaten bisher größte Ausstellung zum Werk von Joseph Maria Olbrich.

Die hervorragend erarbeitete und präsentierte Schau eröffnet über die Darstellung des Lebenswerkes des Architekten hinaus einen interessanten und differenzierten Blick auf die sehr komplexe kulturelle Entwicklung zu Beginn des 20. Jahrhunderts.

Weitere Informationen:
Leopold Museum – Jugendstil und Secession

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