Karl Lagerfelds Reklamesammlung

Karl Lagerfeld ist sicher einer der bedeutendsten Modeschöpfer der Gegenwart. Seine Arbeit als Designer und Fotograf basiert auf einer herausragenden kreativen Begabung aber auch auf einem enormen künstlerischen und kulturellen Wissen. Im Laufe der Jahre hat Lagerfeld eine beeindruckende Bibliothek zu Kunst, Mode und vielen anderen kulturhistorischen Themen aufgebaut. Zu seiner Sammlung gehören auch Plakate und Bücher zum Thema Gebrauchsgraphik. Nun legt Karl Lagerfeld gemeinsam mit René Grohnert, dem Leiter des Deutschen Plakat Museums in Essen, unter dem Titel “Reklame. Plakate und Werbung. 1896 – 1937” eine bibliophile Besonderheit aus der Kollektion des Modetycoons vor. Die Kassette enthält neben großformatigen Reproduktionen von historischen Plakaten – unter anderem von Entwürfen der “Wiener Berliner” Julius Klinger und Ernst Deutsch und des ebenfalls in Deutschland erfolgreichen Österreichers Franz Karl Delavilla – auch einen Nachdruck des Buches “Oscar Bie: Schnackenberg. Kostüme, Plakate und Dekorationen” und Reprints von zwei von Hans Sachs 1920 und 1921 herausgegebene Broschüren “Unsere Reklamekünstler – Selbstbekenntnisse und Selbstbildnisse”.

Nicht nur in dieser Publikation, sondern auch in der Biographie von Karl Lagerfeld finden sich vielfältige Bezüge zu Österreich: von 1979 bis 1981 war er Gastprofessor an der Modeklasse der Hochschule für angewandte Kunst. Als Kostümbildner war er 1980 für das Wiener Burgtheater (Arthur Schnitzlers “Komödie der Verführung”) und 1990 bei den Salzburger Festspielen (Hugo von Hofmannsthals “Der Schwierige”) tätig.

Die Edition “Reklame. Plakate und Werbung. 1896 – 1937” erscheint im Herbst 2010.

Weitere Informationen:
Steidl Verlag

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