Window Shopping im Wien Museum

Postkarte mit einer Palmers-Auslage, 1950er Jahre, © Wien Museum

Die Geschichte des Schaufensters ist im Hinblick auf die Entwicklung des Designs ein durchaus ergiebiges aber bis dato wenig beachtetes Thema.

Die deutsche Kunsthistorikerin Nina Schleif hat mit ihrer 2004 publizierten Dissertation „Schaufenster Kunst“ das Thema vor allem an den Beispielen Berlin und New York aufgearbeitet. Im Bereich des Grafikdesigns waren es unter anderen Julius Klinger, Lucien Bernhard, Julius Gipkens und Peter Behrens, die sich mit diesen Gestaltungsaufgaben beschäftigten. Auch von Seiten der Architektur waren es bedeutende Vertreter ihres Faches wie Josef Hoffmann, Adolf Loos, Walter Gropius oder Gerrit Rietveld, die sich mit Laden- und Schaufensterdesign auseinandersetzten. Der Bogen reicht in der Darstellung von Nina Schleif unter anderem bis Peter Weibel und Peter Pakesch, die den Steirischen Herbst 1979 unter das Motto „Künstlerschaufenster“ stellten.

Atelier Joseph Binder, Kleinplakat, 1930

Nun bietet das Wien Museum am Karlsplatz unter dem Titel „Window Shopping“ bis 13. März 2011 eine „Fotogeschichte des Schaufensters“. Die Ausstellung wurde als Beitrag zu dem von der Kulturabteilung der Stadt Wien initiierten „Monat der Fotografie“ konzipiert. Das Besondere an der Schau ist dabei, so Museumsdirektor Wolfgang Kos, „dass die Phänomenologie des Schaufensters mit einer Mediengeschichte der Fotografie verzahnt wird“.

Die Kuratorin der Ausstellung, Susanne Breuss, präsentiert nicht nur eine reizvolle nostalgische Schau, sondern hat dazu auch einen schmalen, aber instruktiven Katalog verfasst. Darin wird der Geschichte des Schaufensters in Wien von seinen Anfängen im Biedermeier bis in die Gegenwart nachgespürt. Zahlreiche Fotos aus der Ausstellung im Wien Museum, unter anderem von August Stauda, Martin Gerlach, Barbara Pflaum, Gerhard Trumler und Trude Lukacsek, illustrieren die Publikation.

Breuss, Susanne: Window Shopping. Eine Fotogeschichte des Schaufensters, Wien 2010.

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