Lars Dybdahl: The Global Poster

Lars Dybdahl, Leiter der Bibliothek des Kopenhagener „Kunstindustrimuseets“ (Museum für angewandte Kunst), ist im Bereich der Designgeschichte ein durch viele Publikationen ausgewiesener Experte. 1994 hat er das Standardwerk zur dänischen Plakatentwicklung „Den danske Plakat“ vorgelegt. In den Jahren danach folgten wichtige Veröffentlichungen zum Thema der „angewandten Kunst“. Zur Jahreswende 2009/2010 gab es im „Kunstindustrimuseet“ die von Dybdahl kuratierte Ausstellung „Worldimages: The Global Poster / Verdensbilleder: den globale plakat“ zu sehen. Geblieben ist davon eine hervorragende englisch- und dänischsprachige Publikation unter dem Titel „The Global Poster / Den globale Plakat“.

Dazu der Autor: „Here the Danish Museum of Art & Design’s global collection of foreign posters, commercial, as well a political and cultural are the focus, supplemented with posters on loan from other museums and private collections. In image and text it is the ambition of both the exhibition and the book to introduce historical, thematic and visual, communicative main trends in the development of the medium and its multifarious contexts of social connotation.“ Und genau das gelingt dem Autor souverän und mit scheinbar leichter Hand: nämlich in komprimierter Form die internationale Entwicklung des Mediums von der Französischen Revolution bis zu den Obama-Posters in Hinblick auf deren soziale, politische und ästhetische Bedeutung darzustellen. Dybdahl betont dabei, dass Plakate eine Art Barometer für gesellschaftliche Entwicklungen einer Zeit sein können. Die von ihm erfolgte Auswahl des Bildmaterials entspricht dem Ansatz der Analyse, das Plakat wird sowohl als kultur- und auch kunsthistorische Quelle präsentiert. Die Auswahl stellt eine kluge Mischung von – in einer derartigen Publikation – notwendigen „Klassikern“ und weniger bekannten, aber überaus interessanten, Arbeiten dar. Lars Dybdahl schärft dazu die Kriterien seiner Analyse in folgender Weise: „This not least means that the angle is opened up for posters outside the Parnas of the long canonized ‚poster art‘ and that the analytical horizon thus also includes the poster medium’s broad popular cultural dimensions, and is also aware of the limitations of an exclusively Euro-American ‚poster history‘.“

Dass die Globalisierung nicht in allen Bereichen zu negativen Ergebnissen führen muss, beweist dieses Standardwerk zur Geschichte des Plakates in eindrucksvoller Weise, denn – so der Autor – das Plakat sei gerade in den letzten zwei Jahrzehnten sehr stark auch zu einem Kommunikationsinstrument des alternativen und systemkritischen „global commitments“ geworden.

Dybdahl, Lars: The Gobal Poster / Den gobale Plakat, Copenhagen 2009.

Weitere Hinweise:
Designmuseum Danmark – The Poster Collection

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