„Männer“-Plakataktion am Wiener Karlsplatz

Hansel Sato, Plakataktion (Foto: B. Denscher)

Schon die Art und Weise, wie der Mann mit dem Kind im Arm dasitzt, irritiert: denn es scheint eine typisch „weibliche“ Haltung zu sein, eine Position fast wie beim Stillen. Wie aber passen dazu die häufig dem typisch „männlichen“ Bereich zugeordneten Begriffe wie „Kraft“, „Ehrgeiz“, „Führungskompetenz“ oder „Risikofreude“, die auf den Plakaten abgedruckt sind? Die Irritation wird durch diese Bild- und Begriffskombination zusätzlich erhöht – und genau darauf hat es der Künstler Hansel Sato angelegt. Denn er will mit jenen Plakaten, die bis zum 30. Oktober 2011 im Wiener Resselpark ausgestellt sind, dazu anregen, sich mit der Darstellung von Männern in den Massenmedien kritisch auseinanderzusetzen. Durch die Platzierung der Plakate auf dem viel frequentierten Zugang zur U-Bahn-Station Karlsplatz soll ein möglichst breites Publikum erreicht werden, darunter vor allem auch Menschen, die sich bisher noch nicht mit der Problematik der Genderstereotype beschäftigt haben und für die gerade das Medium Plakat mit seiner unmittelbaren Wirkung einen ersten Zugang zum Thema eröffnen kann.

Der aus Peru stammende Künstler Hansel Sato lebt seit 1998 in Wien und beschäftigt sich in seinen Arbeiten neben der Genderproblematik vor allem mit Themen wie „Transkulturalität und Gesellschaft“, mit Postkolonialismus und mit der „Konstruktion des post-migrantischen Subjektes in Europa“. Seine Plakataktion „Männer“ wurde von der Wiener Kulturinitiative „soho in ottakring“ organisiert und ist Teil des Projektes „Regendering Media“.

Weitere Hinweise:
HanselSato.COM
SohoinOttakring

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