Schenkungen an das Deutsche Plakat Museum

Wiener Messeplakate im Deutschen Plakat Museum (Foto: René Grohnert)

„Wer etwas schenkt, der tut dies eigentlich, ohne eine Gegenleistung zu erwarten. Der Schenkende möchte mit dem Geschenk vielleicht seine Zuneigung und Wertschätzung zum Ausdruck bringen. Manchmal versucht man auch mit einem Geschenk etwas wiedergutzumachen, Vertrauen oder Wohlwollen eines Menschen zurückzugewinnen. In gewisser Weise verpflichtet man sich den Beschenkten natürlich immer, einer neue Art von Bindung entsteht“, schreibt René Grohnert in seinem Katalogbeitrag zur Ausstellung „Plakate für die Sammlung“, die von 12.11.2011 bis 22.1.2012 im Deutschen Plakat Museum in Essen zu sehen ist. Um die vom Museumsleiter Grohnert definierte „neue Art von Bindung“ zu bestätigen und zu festigen, veranstaltet das Museum diese Schau der besten Beispiele aus den vielen Schenkungen, die das Plakat Museum in den letzten sechs Jahren erhalten hat.

Der Querschnitt an Donationen belegt auch die hohe internationale Wertschätzung österreichischen Grafikdesigns: Die Ausstellung umfasst insgesamt 87 Plakate, von denen 51 aus den Jahren 1910 – 1968 stammen. Nicht weniger als 14 davon sind von österreichischen Grafikern entworfen, und zwar von Hans Fabigan, Eduard von Handel-Mazetti, Walter Hofmann, Julius Klinger, Oskar Kokoschka, Hans Thomas, Volker Uiberreither, Hermann Kosel, Roland Utner und Fritz Gottwald. Besonders beeindruckend beweist in der aktuellen Präsentation eine Reihe von Plakaten für die „Wiener Messe“ aus den 1950er und 1960er Jahren, wie stark diese Institution seit ihrem ersten, von Julius Klinger entworfenen, Plakat im Jahr 1921 über Jahrzehnte hinaus ihre bemerkenswerte Qualität halten konnte.

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