Zürich: Magie der Dinge

Ausstellung im „Museum für Gestaltung Zürich“, Foto: Regula Bearth, © ZHdK

Ein interessantes Thema hat sich da die Kuratorin des Züricher „Museums für Gestaltung“ Bettina Richter vorgenommen: In einer bemerkenswerten Ausstellung wird unter dem programmatischen Titel „Magie der Dinge“ der Entwicklung des „Produktplakates“ nachgegangen.

Basierend auf dem Typus des deutschen Sachplakates, wie es vor allem Lucien Bernhard zu Anfang des 20. Jahrhunderts in Berlin kreiert hatte, entwickelte sich in der Schweiz eine eigene Werbelinie, die tatsächlich einiges von einem „magischen Realismus“ besitzt. Gerda Breuer fasst in ihrem Essay für das lesenswerte Begleitbuch zur Ausstellung diese Entwicklung in treffender Weise zusammen: „In den 1930er- bis 1950er-Jahren waren es Gebrauchsgrafiker in der Schweiz wie Niklaus Stoecklin, Peter Birkhäuser, Donald Brun, Otto Baumberger und Herbert Leupin, die einen eigenen Stil der sachlichen Werbung hervorbrachten, in dem es fast nur um das Wechselspiel von Produkt und Produktnamen ging. Mutet diese Werbung heute bisweilen nostalgisch an, übt sie doch zugleich eine enorme Faszination aus, von der sich einige nicht unbedeutende Firmen und Kultureinrichtungen erneut affizieren lassen.“

Interessant ist der Umstand, dass eine derartige Werbestrategie in Österreich kaum zu finden ist. Zu sachlich-nüchtern, wohl auch zu streng protestantisch, erschien dieser Ansatz hier, wo Werbung immer mehr mit „Storytelling“, mehr mit Emotion und damit mehr mit Verführen als mit Überzeugen zu tun hatte. Natürlich gab es hin und wieder Ausnahmen – besonders in den 1950er Jahren, als etwa die Firma Maggi in Wien mit großen Suppentöpfen auf Plakaten warb. Der realistische Entwurf zu dieser Affiche stammt übrigens vom Schweizer Grafiker Viktor Rutz, der in der Züricher Schau ebenfalls mit einigen seiner Arbeiten vertreten ist.

Richter, Bettina (Hrsg.): Magie der Dinge. The Magic of Things, Zürich 2012 (= Poster Collection 24).

Weitere Hinweise:
Museum für Gestaltung Zürich – Magie der Dinge

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