Krems: IRONIMUS. Die Qual der Wahl

IRONIMUS, Aus allen Rohren, 1990, © VBK Wien, 2013

IRONIMUS – der Name ist Programm für einen Karikaturisten, der sich nie zynisch, nie verletzend, zwar stets mit spitzer Feder aber eben mit einer ihm eigenen – namensgebenden – feinen Ironie den Objekten seines speziellen Humors annähert. IRONIMUS, so nennt sich der am 18.3.1928 in Wien geborene Gustav Peichl in seiner Funktion als Karikaturist. In seinem Hauptberuf, als Architekt, erlangte Peichl internationales Renomee: Er entwarf nicht nur die Landesstudios des „Österreichischen Rundfunks“ in Dornbirn, Eisenstadt, Graz, Linz, Salzburg und St. Pölten, sondern auch die Bundeskunsthalle in Bonn, die Kindertagesstätte des Deutschen Bundestages, die neue Wiener Messe und das Karikaturmuseum Krems, in dem nun die Ausstellung „IRONIMUS. Die Qual der Wahl. Von Figl bis Faymann“ zu sehen ist. Das Museum in Krems nimmt das österreichische „Superwahljahr 2013“ zum Anlass, um eine Auswahl von 60 Karikaturen von 1949 bis heute zum Thema Wahlkampf aus der Werkstatt des Grafikers zu präsentieren.

IRONIMUS, So hat es begonnen, 1949, ©VBK Wien, 2013

IRONIMUS, So hat es begonnen, 1949, ©VBK Wien, 2013

Begonnen hat Gustav Peichls Karriere als zeichnerischer Kommentator des politischen Geschehens am Wahlsonntag des Jahres 1949 mit einer Karikatur, in der er nicht nur die Papierflut der Parteipropaganda witzig glossierte, sondern gleichzeitig auch eine Bestandsaufnahme der damals affichierten Wahlplakate lieferte. In einem Gespräch mit Museumsdirektor und Kurator Gottfried Gusenbauer erinnerte sich Gustav Peichl noch gut an seine erste Arbeit: „Die Zeichnung ist am Tag der Wahl erschienen, dem 9. Oktober 1949. Mit Figl, der VdU – Viktor Reimann – und der SPÖ, der KPÖ und all den aktuellen Parteien. Das war einen Monat, nachdem ich in Linz maturiert hatte. Das erste Mal IRONIMUS. Dann habe ich eine lange Pause gemacht und erst 1954 weitergemacht.“

Neben seiner Tätigkeit als Leiter eines erfolgreichen Architekturbüros widmete sich Peichl ab 1954 stets auch intensiv seinem Schaffen als Karikaturist. Seit damals zeichnete er Karikaturen für die österreichische Tageszeitung „Die Presse“, seit 1968 für die „Süddeutsche Zeitung“. Daneben arbeitete IRONIMUS für weitere Zeitungen und Zeitschriften in Deutschland, Österreich und der Schweiz. In den fünfziger und sechziger Jahren gestaltete Gustav Peichl auch Plakate in seinem für ihn typischen humoristischen Gestaltungsstil. Originale seiner Karikaturen befinden sich unter anderem in den Sammlungen des Museums of Modern Art (New York), der Albertina (Wien), der Akademie der bildenden Künste Wien, des Wien Museums und der Sammlung des Landes Niederösterreich.

Weitere Hinweise:
IRONIMUS. Die Qual der Wahl – Karikaturmuseum Krems