Zürich: Mucha Manga Mystery

Alphonse Mucha, «Monaco Monte-Carlo», Plakat, 1897. Museum für Gestaltung Zürich, Plakatsammlung, Foto: Museum für Gestaltung Zürich, FX. Jaggy/U. Romito © ZHdK (Detail)

In Ottokar Maschas 1915 erschienenem Standardwerk „Österreichische Plakatkunst“ ist Alfons Mucha als Bürger der damaligen Österreichisch-ungarischen Monarchie mit seinen Arbeiten prominent vertreten. Auch die Franzosen reklamieren den Maler und Grafiker, der rund zwanzig Jahre in Paris gelebt hatte, für sich. In Wirklichkeit aber war der in Südmähren geborene Mucha ein sehr bewusster und überzeugter Tscheche, wie seine Serie von Kolossalgemälden zum Thema „Das Slawische Epos“ eindrucksvoll beweist. Wurde Muchas malerisches Oeuvre durchaus zwiespältig rezipiert, so haben ihm seine gebrauchsgrafischen Arbeiten als Musterbeispiele für das französische Art Nouveau einen fixen Platz in der Kunstgeschichte eingebracht.

Die aktuelle Ausstellung „Mucha Manga Mystery“ im zum Züricher „Museum für Gestaltung“ gehörenden „Museum Bellerive“ zeigt, wie nachhaltig die Ausstrahlung von Muchas angewandter Grafik war und dass sie bis in die Gegenwart anhält: „Beflügelt von der Strahlkraft der Arbeiten,“ so heißt es im Ankündigungstext des Museums, „begibt sich das Museum Bellerive auf Spurensuche im Feld des Grafikdesigns nachfolgender Generationen – und begegnet Muchas künstlerischer Sprache in den psychedelischen Konzertplakaten der amerikanischen Westküste ebenso wie in der europäischen Gebrauchsgrafik der Sechzigerjahre. Zeitgenössische Manga-Künstler in Japan schliesslich schaffen überraschend starke Bezüge zu Muchas stilistischem Vokabular.“