Aarhus: Dänische Plakatklassiker

„Danske Plakat Klassikere 1900-1988“ (Fotos: B. Denscher)

Ein korpulenter, älterer Wanderer, der auf einer Landstraße Pause macht und sich in der Sommerhitze den Schweiß vom Kopf wischt – darunter die lapidare Botschaft „Tuborg-øl“ – „Tuborg-Bier“. Dieses von Erik Henningsen (1855–1930) gestaltete Plakat aus dem Jahr 1900 gehört zum visuellen Erbe Dänemarks. Es prangte lange auf Flaschenetiketten und wird bis heute auf Souvenirartikeln und in der Werbung der Tuborg-Brauerei verwendet. Das Originalplakat ist gemeinsam mit vielen anderen Klassikern der Werbegeschichte im „Dansk Plakatmuseum“ in Aarhus zu sehen.

Dänemark hat nicht nur im Bereich der Architektur und des Produktdesigns Außerordentliches aufzuweisen, sondern auch die Leistungen auf dem Gebiet der angewandten Grafik sind herausragend. In der Präsentation des „Dansk Plakatmuseum“ reicht das Spektrum von so bekannten dänischen Grafikern wie Sven Brasch (1886-1970), Arne Ungermann (1902-1981) und dem erwähnten Erik Henningsen bis zu Viggo Vagnby (1896-1966), der 1959 das vom Märchendichter Hans Christian Andersen inspirierte Plakat „Wonderful Copenhagen“ schuf, das mit seinem Enten-Motiv bis heute als das am meisten publizierte dänische Plakat gilt.

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Untergebracht ist das „Dansk Plakatmuseum“ in „Den Gamle By“ im jütländischen Aarhus. „Die Alte Stadt“ ist das älteste Freilichtmuseum der Welt, das sich der urbanen Kulturgeschichte widmet, und konsequenterweise befindet es sich nahe dem Stadtzentrum von Aarhus. Die 1909 gegründete Institution umfasst derzeit 75 historische Gebäude und verschiedene Themensammlungen.

Das Plakatmuseum geht auf eine Initiative des 1946 geborenen Malers Peder Stougaard zurück, der in den 1970er Jahren begann, Plakate zu sammeln. Nachdem seine Kollektion im Laufe der Zeit auf einige zehntausend Exemplare angewachsen war, gründete Stougaard gemeinsam mit einer Gruppe von Plakat-Fans 1986 das „Dansk Plakatmuseum“. Dieses war zunächst an wechselnden Orten untergebracht und litt unter ständiger Platznot. Mit Ausstellungen, wie etwa 1993 einer großen Präsentation von Cassandre-Plakaten, aber gelang es Peder Stougaard und seinen Mitstreitern, auf den Wert der Sammlung aufmerksam zu machen. Ab 1993, als Stougaard seine Privatsammlung in die nunmehr selbständige Institution „Dansk Plakatmuseum“ übertrug, war das Museum im Kunsthaus Aarhus beheimatet, 2006 wurde es ein Teil von „Den Gamle By“. Dort wurde 2009 für das Plakatmuseum (das Stougaard bis 2012 als Direktor leitete) eine neue Ausstellungshalle gebaut, in der neben der Dauerpräsentation der Highlights dänischer Plakatgeschichte auch halbjährlich wechselnde Sonderausstellungen gezeigt werden. Die Möglichkeiten für derartige Themen-Präsentationen sind beträchtlich, umfasst doch die Sammlung des Museums nicht weniger als 400.000 Blätter aus 126 Ländern.

Ab 30. August 2013 ist im „Dansk Plakatmuseum“ die Schau „We are all equal – The Faces of Racism Revealed” mit einer beeindruckenden Plakatserie des bekannten dänischen Grafikdesigners Finn Nygaard zu sehen.

Weitere Hinweise:
Dansk Plakatmuseum

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