Karikaturmuseum Krems: Karl Arnold

Karikaturmusem Krems, (Foto: Gerhard Erden)

Das Karikaturmusem im niederösterreichischen Krems stellt seit über einem Jahrzehnt eine interessante Bereicherung der österreichischen Museumslandschaft dar. Immer wieder gibt es dort spannende Präsentationen, in denen wichtige Themen aus der Geschichte der angewandten Grafik behandelt werden. Das nach dem Künstlernamen des bekannten Karikaturisten und Architekten Gustav Peichl benannte IRONIMUS-Kabinett ist dabei vor allem der Entwicklung der politischen Karikatur gewidmet.

Derzeit wird dort mit der Schau „Karl Arnold. Zeichner des Simplicissimus“ ein bemerkenswertes Kapitel deutscher Mediengeschichte aufgearbeitet. Der 1883 in Neustadt bei Coburg geborene Arnold publizierte im Jahr 1907 seine erste Karikatur im „Simplicissimus“, und er blieb der satirischen Zeitschrift bis 1942 als Mitarbeiter treu verbunden. Exemplarisch erzählt die Ausstellung, welchen Ambivalenzen ein politischer Künstler in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts in Deutschland ausgesetzt sein konnte. Begann Arnold als Links-Liberaler, so gab er sich während des Ersten Weltkrieges als begeisterter Patriot; war er während der Weimarer Republik ein oftmaliger Kritiker Adolf Hitlers und des aufkommenden Nationalsozialismus, so mutierte er, als nach der Machtergreifung der Nazis im Jahr 1933 der Simplicissimus „gleichgeschaltet“ wurde, zu einem harmlosen Witzzeichner, zum anderen allerdings auch zu einem durchaus nicht harmlosen NS-Propagandisten. Das Ende von Arnolds künstlerischer Tätigkeit brachte ein Schlaganfall im Jahr 1942. Karl Arnold verstarb 1953 in München.

In vierzig Originalzeichnungen aus dem Bestand der Staatlichen Graphischen Sammlung München in der Pinakothek der Moderne und aus Privatbesitz werden die wechselvollen Entwicklungen der deutschen Geschichte zwischen 1908 und 1942 in der Ausstellung in Krems beleuchtet. Bestand werden jene Teile von Arnolds Arbeit haben, wo er als unermüdlicher Mahner gegen Hitler und dessen Partei auftrat.

Weitere Hinweise:
Karikaturmuseum Krems

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