Puppentheaterplakate

Entwurf: IRONIMUS (=Gustav Peichl), 2011

Bereits zum 35. Mal finden in der Stadt Mistelbach im niederösterreichischen Weinviertel die „Internationalen Puppentheatertage“ statt. Das 1979 begründete Festival ist das größte seiner Art in Österreich, und es genießt auch in der internationalen Figurentheaterszene hohes Ansehen. Daher finden sich neben österreichischen Theatergruppen stets auch Gäste aus anderen Ländern im umfangreichen Veranstaltungsprogramm, so etwa diesmal Künstlerinnen und Künstler aus Dänemark, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Polen, Slowenien, Spanien, Taiwan, Uruguay und den USA.

Insgesamt bieten die 35. „Internationalen Puppentheatertage“ zwischen 22. und 27. Oktober vierzig unterschiedliche Produktionen in über achtzig Aufführungen. Der Bogen reicht dabei von Handpuppengeschichten für Kinder ab zwei Jahren über Marionettenstücke und Schattenspiele für alle Altersstufen bis zu Produktionen, die für ein erwachsenes Publikum konzipiert sind.

Links: Gerhard Kohlbauer, 1979 / Rechts: Entwurf: Erich Eibl, 1994

Zum künstlerischen Gesamtkonzept der „Internationalen Puppentheatertage“ gehört seit Beginn auch ein Festivalplakat. Mit dieser bildlichen Umsetzung des jeweiligen Festivalmottos hat die Stadtgemeinde Mistelbach im Laufe der Jahre eine Reihe von bekannten Künstlern beauftragt, so etwa Erich Eibl (1994), Arik Bauer (1999), Christian Ludwig Attersee (2001), Arnulf Rainer (2003), Ernst Fuchs (2004) und „Ironimus“ Gustav Peichl (2011). 2012 änderte man das Vergabekonzept: In Zusammenarbeit mit der Wiener „Akademie der bildenden Künste“ und unter der künstlerischen Leitung des Malers und Akademieprofessors Gunter Damisch werden jeweils sechs Studentinnen und Studenten des letzten Studienjahrganges eingeladen, im Rahmen eines Wettbewerbes Entwürfe für das Festivalplakat zu liefern. Zum Siegerplakat für die 35. Puppentheatertage wurde von einer Jury der Entwurf des 21jährigen, aus Oberösterreich stammenden Künstlers Peter Holzapfel gewählt. Das aktuelle Festivalmotto, das mit dem Plakat visualisiert wird, lautet „Zuckerstückerl“ und ist als eine Ergänzung zum Thema der niederösterreichischen Landesausstellung „Brot & Wein“ gedacht. Dazu Festivalintendantin Cordula Nossek: „Schauen wir auf das diesjährige Plakat, so könnten wir auf den ersten Blick sagen: ‚Es ist angerichtet‘. Wir sind in Erwartung. Zu sehen ist ein Raum, eine Bühne mit einem Tisch, der mit einem Tischtuch bedeckt ist, das aus einem rosafarbenen Zuckerguss besteht, ähnlich einem Punschkrapfen. Uns läuft das Wasser im Munde zusammen. Kann man Theater mit Essen vergleichen? Ja, es ist eine Art Genuss, ein Kunstgenuss.“

Von 22. bis 27. Oktober sind die Plakate aller bisherigen „Internationalen Puppentheatertage“ in einer Ausstellung im Foyer des Stadtsaales von Mistelbach zu sehen. Alle Wettbewerbsentwürfe für das diesjährige Plakat sind ebenfalls bis 27. Oktober im Barockschlössl Mistelbach ausgestellt.