Die Taube als Friedenssymbol

Thomas Paster, Partnerschaft mit dem Frieden, 1998, Landessammlungen Niederösterreich, © Thomas Paster

„Gegen Abend kam die Taube zu ihm zurück, und siehe da: In ihrem Schnabel hatte sie einen frischen Olivenzweig. Jetzt wusste Noah, dass nur noch wenig Wasser auf der Erde stand.“ So steht es in der Bibel in der Erzählung über die Sintflut geschrieben, und aufgrund dieser Darstellung gelten in der jüdisch-christlich geprägten Kultur sowohl der Olivenzweig als auch die Taube als Symbole der Aussöhnung und des Friedens. Eine Art intensiver „symbolischer Aufladung“ erfuhr das Bild der Taube als Friedenssymbol im Jahr 1949 durch das von Pablo Picasso entworfene Plakat für den Weltfriedenskongress in Paris. Seitdem gilt das Tier – auch ohne Ölzweig im Schnabel – als das Signet der internationalen Friedensbewegung.

Einem besonderen Aspekt der Ikonographie der Taube ist derzeit eine Ausstellung im Karikaturmuseum im niederösterreichischen Krems gewidmet: „Zeichnen für den Frieden. Die Friedenstaube in der Karikatur“ lautet der Titel der Schau, die aus Anlass des Gedenkens an den Ausbruch des Ersten Weltkriegs zusammengestellt wurde. Gezeigt werden rund 40 Arbeiten, die zwischen den 1950er Jahren und heute entstanden sind und von renommierten österreichischen und internationalen Künstlerinnen und Künstlern, wie etwa Gerhard Haderer, Horst Haitzinger, Barbara Henninger, Ironimus (Gustav Peichl), Thomas Paster, Pablo Picasso oder Ivan Steiger, geschaffen wurden.

Zur Ausstellung meinte der Direktor des Karikaturmuseums und Kurator der Schau Gottfried Gusenbauer in seiner Eröffnungsansprache, dass die gezeigten Karikaturen „keine Krisen lösen können, jedoch Missstände aufzeigen und komplexe Zusammenhänge verdeutlichen können“. Wenn man bedenkt, dass viele dieser Zeichnungen in auflagenstarken Zeitungen und Zeitschriften abgebildet waren, so wird deutlich, dass die politische Karikatur vielen Menschen ein Bild von den herrschenden Zuständen zu vermitteln und über die optische Pointe hinaus einen kritischen Anstoß zu geben vermag.

Anlässlich der Ausstellung ist im Verlag Bibliothek der Provinz ein reich illustriertes Begleitbuch mit Texten von Gottfried Gusenbauer, Wolfgang Krug, Armin Laussegger und Reinhard Linke erschienen. Die Schau ist noch bis Jänner 2015 in Krems zu sehen.

Weitere Hinweise:
Karikaturmuseum Krems