Zürich: Japanische Plakatkünstler

Entwurf: Makoto Saito, Virgin, Japan, Foto: Eiichiro Sakata, Plakat, 1991, Museum für Gestaltung Zürich, Plakatsammlung

Kirschblüten überall: „Im Rausch der Kirschblüten“ heißt die noch bis 3.3. geöffnete Schau im Wiener Theatermuseum, die den Japonismus im europäischen Theater zum Thema hat, und nun ist die kommende Ausstellung des Zürcher „Museums für Gestaltung“ zur japanischen Plakatkunst mit „Kirschblüten und Askese“ betitelt.

In Zürich wird eines der spannendsten Kapitel der Geschichte des internationalen Grafikdesigns präsentiert, nämlich die Entwicklung des japanischen Plakates in den letzten sechs Jahrzehnten. Erst in den 1950er Jahren knüpfte die Gebrauchsgrafik in Japan an die internationalen Tendenzen des Mediums an. Allerdings tat sie dies mit einer Intensität und Qualität, wie sie sonst kaum wo zu beobachten waren. Bereits 1988 vermerkte Hans Wichmann in seinem Buch „Japanische Plakate“: „Die Beschäftigung mit dem japanischen Plakat ist für den Kenner eine Quelle der Anregung, ein Öffnen geheimnisvoller Kammern, und für jeden Betrachter – auch unabhängig von der Kenntnis des Inhalts – ein Vergnügen durch die hohe Ästhetik der sublimierten Bildmittel.“
 
Gezeigt wird die Ausstellung im Zürcher „Museum für Gestaltung“ aus Anlass des 150-Jahr-Jubiläums der diplomatischen Beziehungen zwischen Japan und der Schweiz. Ermöglicht hat die Schau der im Bereich des Grafikdesigns überaus aktive japanische Druckkonzern „Dai Nippon Printing“, dessen „Foundation for Cultural Promotion“ wesentliche Werke der Klassiker Shigeo Fukuda, Kazumasa Nagai und Ikko Tanaka der Sammlung des Schweizer Museums gespendet hat. Die Firma unterhält unter anderem renommierte Galerien für angewandte Grafik, wie die „Ginza Graphic Gallery“ in Tokio und die „ddd Gallery“ in Osaka. Beide gehören zu den weltweit wichtigsten Ausstellungsorten internationalen Kommunikationsdesigns.
 

Mit rund 300 Plakaten gibt das Zürcher „Museum für Gestaltung“ nun einen repräsentativen Überblick über die letzten sechzig Jahre in der Entwicklung des japanischen Plakats. In dieser Zeit wurde in dem fernöstlichen Land ein optisches Vokabular erarbeitet, das international zum Besten und Modernsten gehört. Die für qualitätsvolle Werbegrafik unerlässliche Kunst der Reduktion erreichte in Japan in den vergangenen Jahrzehnten eine besondere Meisterschaft. Dies führt von den Arbeiten des mittlerweile legendär gewordenen Ikko Tanaka bis zu jüngeren Vertretern der Branche, wie etwa Makoto Saito, der in einem Interview mit dem „Eye Magazin“ ein Statement abgegeben hat, das über seine eigene Arbeit hinaus geeignet ist, allgemein das moderne japanische Grafikdesign zu charakterisieren: „I don’t trust words. You can say anything with words. I prefer a visual means of communication because it allows the message to be more direct.”

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