Die schönsten Nashörner kommen aus Tokio

Kazumasa Nagai, 1993 (Ausschnitt)
Beide Plakate: Kazumasa Nagai, 1993 (Alle Abbildungen: Museum für Kunst und Gewerbe, Hamburg)

Beide Plakate: Kazumasa Nagai, 1993 (Alle Abbildungen: Museum für Kunst und Gewerbe, Hamburg)

Einen originellen Ausstellungstitel hat Kurator Jürgen Döring für die aktuelle Ausstellung im Hamburger „Museum für Kunst und Gewerbe“ gefunden: „Die schönsten Nashörner kommen aus Tokio“. Verstehen kann man die seltsam anmutende Aussage sofort, wenn man den massigen Tieren auf den Plakaten von Kazumasa Nagai ins Auge blickt. Der 1929 in Osaka geborene Gestalter gehört zu den wichtigsten und angesehensten Grafikdesignern Japans und hat 1987 damit begonnen, aus eigenem Engagement kleine Serien mit Tierbildern zu veröffentlichen, deren kurzer Text auf die Bedrohung der Tierwelt hinweist. Besonders – und das kann man in der Ausstellung deutlich sehen – haben es ihm eben die bedrohten Nashörner angetan: „Save me please. I’m here“, lautet daher auch das Motto von Nagais Nashorn-Kampagne.

Kazumasa Nagai, 1997 Kazumasa Nagai, 1998

Kazumasa Nagai, 1997                                                                                     Kazumasa Nagai, 1998

Zu sehen sind in der Hamburger Ausstellung neben Nagais Postern auch Arbeiten des Schweizers Claude Kuhn – immerhin lautet der vollständige Titel der Schau ja: „Die schönsten Nashörner kommen aus Tokio. Tierplakate aus Japan und der Schweiz“. Beide Künstler haben die aktuelle Präsentation durch ihre großzügigen Schenkungen an das „Museum für Kunst und Gewerbe“ in Hamburg ermöglicht.

Claude Kuhn, 2003 Claude Kuhn, 1990

                           Claude Kuhn, 2003                                                                                            Claude Kuhn, 1990

Claude Kuhn wurde 1948 in Bern geboren, erlernte zuerst den Beruf des Schaufensterdekorateurs und erhielt dann an der Kunstgewerbeschule Bern, an der Akademie der bildenden Künste in Stuttgart und an der Kunstgewerbeschule in Zürich eine profunde künstlerische Ausbildung. Ab 1972 arbeitete Kuhn als Grafiker sehr intensiv für das Naturhistorische Museum Bern und wurde so zu einer Art Spezialist des Tierplakates, was er mit seinen Arbeiten für das Museum aber auch für andere Auftraggeber, wie etwa den Berner Tierpark „Dählhölzli“, und sogar mit seiner populären Sportwerbung immer wieder humorvoll unter Beweis stellte.

Claude Kuhn, 2001 Claude Kuhn, 1994

                             Claude Kuhn, 2001                                                                                             Claude Kuhn, 1994

In Abwandlung des Ausstellungstitels „Die schönsten Nashörner kommen aus Tokio“ könnte man angesichts der Affichen von Claude Kuhn auch sagen: „Die schönsten Katzen kommen aus Bern…“

Weitere Hinweise:
Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg

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