Sechs Ungarn im Hagenbund

Ansichten aus der Wiener Ausstellung (Fotos: B. Denscher)

Eine überaus interessante Ausstellung ist derzeit im „Balassi Institut – Collegium Hungaricum Wien“ zu sehen. Ergänzend zur leider schon zu Ende gegangenen Hagenbund-Schau der „Österreichischen Galerie Belvedere“ handelt es sich dabei um die Präsentation des ungarischen Anteils an dem Wiener Künstlerbund am Beispiel von sechs exemplarischen KünstlerInnenbiografien. Gezeigt werden dabei Werke von Béni Ferenczy (1890 Szentendre – 1967 Budapest), Tibor Gergely (1900 Budapest – 1978 New York), Elza Kövesházi Kalmár (1876 Wien – 1956 Budapest), Anna Lesznai (1885 Alsó-Körtvélyes – 1966 New York), Georg Mayer-Marton (1897 Györ – 1960 Liverpool) und Imre Simay (1874 Budapest – 1955 Budapest).

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Die Ausstellung sowie der hervorragende Begleitkatalog geben Aufschluss über sehr interessante – und hierzulande noch zu entdeckende – Künstlerpersönlichkeiten. Die Schau ist gleichsam eine Einladung, sich genauer mit dem Themenkreis der ungarischen und österreichischen Kulturbeziehungen zu beschäftigen.

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Entsprechend der Ideologie des Hagenbundes waren dessen Mitglieder immer auch an Aufgaben der angewandten Kunst interessiert. So etwa schuf Imre Simay mit seiner Affiche für die 19. Ausstellung des Hagenbundes (1906) eines der bedeutendsten Wiener Künstlerplakate der Zeit; auch Anna Lesznai gestaltete Plakate sowie interessante Buchdesigns; und von Georg Mayer-Marton kamen in den 1930er Jahren einige herausragende Plakate für den Hagenbund.

Die Ausstellung „6 Ungarn im Hagenbund“ ist bis 27. März 2015 in Wien zu sehen und wird anschließend von 11. April bis 30. Juni im Rómer Flóris Museum im ungarischen Györ gezeigt.

Weitere Hinweise:
Balassi Institut – Collegium Hungaricum Wien