Vaduz: Alexander Rodtschenko

Alexander Michailowitsch Rodtschenko, Kanne für heißes Wasser, aus einer Serie von Entwürfen für ein Teeservice, 1922, Privatsammlung, Moskau © 2015, ProLitteris, Zürich

„Alexander Rodtschenko. Fotografie und Design“ lautet der Titel der derzeit im „Kunstmuseum Liechtenstein“ in Vaduz gezeigten Schau. Sie ist einer Künstlerpersönlichkeit gewidmet, die schon vor dem Fall des Eisernen Vorhangs weit über die damalige Sowjetunion hinaus zu den bedeutendsten Künstlern der klassischen Moderne gezählt wurde. Gemeinsam mit El Lissitzky und Wladimir Tatlin gehörte er zu den wesentlichen Protagonisten des Konstruktivismus. Ein wesentlicher Aspekt dieser Kunstströmung, die schon im vorrevolutionären Russland entstanden ist, war ein sehr weit reichender ästhetischer Anspruch, der nahezu alle Lebensbereiche umfassen sollte: Architektur, Fotografie, Mode, Technik, Theater oder Werbung – all das gehörte zum Gestaltungsspektrum der Konstruktivisten. Auch die Ausstellung in Vaduz ist Aspekten der angewandten Kunst im Werk von Alexander Rodtschenko gewidmet, nämlich der Fotografie und dem Design.

Alexander Michailowitsch Rodtschenko, Entwurf eines Reklameplakats für Papirossy der Marke „Lux“, 1923/1957, Sepherot Foundation (Liechtenstein) © 2015, ProLitteris, Zürich

Alexander Michailowitsch Rodtschenko, Entwurf eines Reklameplakats für Papirossy der Marke „Lux“, 1923/1957,
Sepherot Foundation (Liechtenstein) © 2015, ProLitteris, Zürich

Dazu vermerken die Ausstellungsmacher: „Fotografie war zu Beginn des 20. Jahrhunderts noch eine neue Bildtechnik, die es erst in ihrem eigenständigen Beitrag zur Kunst zu entdecken galt. Die Fotografie Rodtschenkos, die seit den frühen 1920er-Jahren in mehreren Phasen entstand, verdeutlicht den grundlegend modernen Impetus des Künstlers und propagiert mit Emphase die Dynamisierung des gesellschaftlichen Lebens.“ Was das Design betrifft, so versucht die Schau die große Bandbreite des diesbezüglichen Schaffens von Alexander Rodtschenko nachzuzeichnen. So reichen die gezeigten Arbeiten von Entwürfen zu Alltagsgegenständen bis zu Beispielen angewandter Grafik. Von ihm geschaffene Plakate wurden zu Ikonen des 20. Jahrhunderts, wie etwa seine Buchwerbung mit der rufenden Frau mit Kopftuch aus dem Jahr 1925 beweist.

Zur Ausstellung erschien ein begleitendes Katalogheft mit Textbeiträgen von Rodtschenkos Enkel Alexander Lawrentjew und dem Kurator der Schau Friedemann Malsch.

Weitere Hinweise:
Kunstmuseum Liechtenstein, Vaduz

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