Swiss Style – Internationale Grafik

Benno Wissing, Signaletik Flughafen Schiphol, Amsterdam, 1960er, © Paul Mijksenaar Archives, Amsterdam

„Reduziertes Grafikdesign unter dem Namen ‚Swiss Style‘ ist eines der weltweit erfolgreichsten Kulturprodukte der Schweiz“ – dieses Statement der Verantwortlichen des Züricher „Museums für Gestaltung“ umreißt treffend die Motivation für die aktuelle Ausstellung im „Schaudepot“ über die Entwicklung des legendären Schweizer Designs.

Schon in den 1930er Jahren hatte sich in der Schweiz ein am deutschen Sachplakat orientierter reduzierter Gestaltungsstil entwickelt, der dann in den 1960er Jahren – noch wesentlicher konzentrierter – international für Furore sorgte. Kein Zufall, dass gerade in einer von einem religiös motivierten Bilderverbot geprägten Kultur wie jener in der calvinistischen Schweiz Entwürfe in einer Kargheit entstanden, in der konsequenterweise Typographie eine besonders wichtige Rolle spielte.

Links: Atelier Ursula Hiestand, ABM, 1985, Museum für Gestaltung Zürich, Plakatsammlung / Rechts: Walter Ballmer, Olivetti Studio 45, 1969,
Museum für Gestaltung Zürich, Plakatsammlung

Die für den „Swiss Style“ charakteristische Reduktion manifestiert sich am deutlichsten in den von Schweizer Entwerfern gestalteten Schriften „Univers“ und „Helvetica“. So brachte es im März 1968 das US-Fachmagazin „Industrial Design“ auf den Punkt: „Die Schweiz, diese kleine zufriedene Konföderation von Uhrenmachern, Käsebauern und Bankern hat lange offensichtlich keinerlei territoriale Expansionsgelüste gezeigt. Im letzten Drittel des 20. Jahrhunderts jedoch hat sie praktisch die ganze Welt der Grafik erobert. Die nach ihr benannte Schrift – der logische Höhepunkt des Swiss Style – ist in nahezu alle Lebensbereiche eingedrungen, von der Zigarette bis zur Subway“.

Die Schau im „Museum für Gestaltung“ stellt die Schweizer Entwicklung in einen globalen Kontext und zeigt auch deren internationale Auswirkungen, wie etwa auf Wim Crouwel und das niederländische Grafikdesign.

In Ergänzung zu dieser Ausstellung wird aufgrund einer großzügigen Schenkung mit Arbeiten von Josef Müller-Brockmann einer der Nestoren der Schweizer Grafik besonders herausgehoben. Seine Arbeiten leben in vielen Formen bis heute weiter.

Weitere Hinweise:
Museum für Gestaltung Zürich

Beitrag teilen: