Hannover: Plakativ

Henri de Toulouse Lautrec (Alle Abbildungen: Sprengel Museum Hannover, Fotograf: Herling/Gwose/Werner)

„PLAKATIV. Toulouse-Lautrec und das Plakat um 1900“ lautet der plakative Titel einer aktuellen Ausstellung im „Sprengel Museum Hannover“. Das Museum beherbergt eine nicht sehr große, dafür aber exquisite Kollektion früher Plakatkunst unter anderem aus Frankreich, Deutschland, den USA, Großbritannien, Belgien, Italien und Österreich.

Henri de Toulouse Lautrec, 1892 Henri de Toulouse Lautrec, 1892

Henri de Toulouse Lautrec, 1892                                                            Henri de Toulouse Lautrec, 1892

Im Jahr 1979 konnte man eine 631 Blätter umfassende historische Plakatsammlung aus dem Kestner-Museum übernehmen. Diese Institution erwarb 1915 über hundert Plakate von einem hannoverschen Kunstsammler, und in der Folge baute dann Albert Brinkmann, der Sohn des Gründers des Hamburger „Museums für Kunst und Gewerbe“, Justus Brinckmann, eine qualitativ hochstehende Sammlung auf.

Alfons Mucha, Manuel Orazi, 1905

Alfons Mucha, 1897                                                                                               Manuel Orazi, 1905

Auf Basis dieses Bestandes konnte nun für das „Sprengel Museum“ eine attraktive Schau zusammengestellt werden, die viele der prominenten Namen der frühen Plakatkunst umfasst. Das reicht von Jules Chéret über Toulouse-Lautrec, Théophile Alexandre Steinlen, Aubrey Beardsley, Edmund Edel, Alfons Mucha und Manuel Orazi bis zu Ludwig Hohlwein.

Anonym, um 1898/1914 Henri Gray, 1897

Anonym, um 1898/1914                                                                                  Manuel Orazi, 1905

Viele der präsentierten Objekte haben nicht nur ästhetischen Reiz, sondern oft auch einen interessanten kulturhistorischen Wert, wie etwa die von Carl Strathmann entworfene Affiche für das Berliner „Überbrettl“. Die von Ernst von Wolzogen 1901 gegründete Bühne war das erste literarische Kabarett Deutschlands. Das Vorbild war die Pariser Szene mit ihren legendären Lokalen, wie etwa dem „Le Chat Noir“ am Montmartre.

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Théophile Alexandre Steinlen, 1896                                                            Carl Strathmann, 1901

Im „Überbrettl“, das in ironischer Anspielung auf Nietzsches „Übermenschen“ so genannt wurde, haben bedeutende Autoren und Musiker mitgewirkt. Detlev von Liliencron war für den literarischen Bereich programmatisch zuständig, die musikalische Leitung übernahm eine Zeitlang Arnold Schönberg. Es wurde der Einakter „Episode“ von Arthur Schnitzler gespielt, es wurden Gedichte von Christian Morgenstern vorgetragen und auch Oscar Straus komponierte für das Kabarett.

Weitere Hinweise:
Sprengel Museum Hannover

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