Gig Poster und die Flatstock Convention

Lars P. Krause, Flatstock Europe 5, 2010 Siebdruck, © Lars P. Krause / www.douze.de (Detail)

Hamburg ist für die Entwicklung der Popmusik wohl eine der wichtigsten Städte auf dem europäischen Kontinent. Derzeit ist dort, im „Museum für Kunst und Gewerbe“, unter dem Titel „Poster Rock“ eine bemerkenswerte Schau zum Themenkreis „Plakate und Popmusik“ zu sehen.

Popmusik hatte immer eine enge Verbindung zur bildenden Kunst, viele stilprägende Musiker hatten ursprünglich eine Ausbildung als bildende Künstler. Darüber hinaus wurden die Schallplatten- und CD-Covers ebenso zu einem richtungsweisenden Arbeitsgebiet von GrafikdesignerInnen wie die Plakate, mit denen die Konzerte beworben wurden.

Frank Kozik, Ravine, 1996, Siebdruck, © Frank Kozik Frank Kozik, Babes in Toyland Killdozer, Chicago, 1995, Siebdruck, © Frank Kozik

Links: Frank Kozik, Ravine, 1996, Siebdruck, © Frank Kozik / Rechts:  Frank Kozik, Babes in Toyland Killdozer, Chicago, 1995,  Siebdruck, © Frank Kozik

Einen ersten Höhepunkt dieser Verbindung von Bild und Musik gab es in den 1960er Jahren im Westen der Vereinigten Staaten. Ebenfalls in den USA entstand in den 1980er Jahren ein grafisch sehr anspruchsvolles Medien-Phänomen, nämlich die sogenannten Gig-Posters. Dieses Genre wurde von alternativen Grafikern als Antwort auf die optisch immer uninteressanter werdenden, rein kommerziell orientierten Konzertankündigungen entwickelt: „Rock, Punk, Heavy Metal oder Grunge, die einmal als Protestbewegung gestartet waren, werden von den Labels mit mehrheitsfähigen Hochglanz-Kampagnen präsentiert. Junge Künstler wie Frank Kozik interpretieren die Musik und Auftritte ihrer Lieblingsbands wie Sonic Youth oder The Melvins dagegen mit frechen, bunten, oft ironischen Motiven,“ heißt es dazu im Begleittext zur aktuellen Ausstellung in Hamburg.

Am Rand von großen Popmusik-Festivals treffen einander die Siebdrucker und verkaufen dort ihre Arbeiten. Die Regeln sind dabei streng: Die Plakate dürfen nur in Absprache mit den Bands oder Veranstaltern produziert werden und müssen ausschließlich für eine tatsächlich stattfindende Veranstaltung konzipiert sein. Plakatiert werden die Blätter als Originalgrafiken mit kleiner Auflage im Normalfall nicht, sondern meist im Zusammenhang mit den Konzerten der jeweiligen Bands als Fan-Artikel verkauft. Zum zehnten Mal findet nun in Hamburg in Zusammenarbeit mit dem Reeperbahn-Festival von 23. bis 26. September eine Flatstock Convention – international gesehen mittlerweile die zweiundfünfzigste – statt.

Justin Santora, Flatstock Europe 6, 2011, Siebdruck, © Justin Santora Lars P. Krause, Flatstock Europe 5, 2010 Siebdruck, © Lars P. Krause / www.douze.de

Links: Justin Santora, Flatstock Europe 6, 2011, Siebdruck, © Justin Santora / Rechts: Lars P. Krause, Flatstock Europe 5, 2010 Siebdruck, © Lars P. Krause / www.douze.de

Weitere Hinweise:
Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg

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