STEFAN SAGMEISTER: The Happy Show

STEFAN SAGMEISTER: The Happy Show, „Everybody Always Thinks They Are Right“, 2007. In Zusammenarbeit mit Monika Aichele, Matthias Ernstberger und Sportogo, MAK-Säulenhalle, © MAK/Aslan Kudrnofsky

Wie wird man glücklich? Wie bleibt man glücklich? Was ist Glück überhaupt? Diesen und noch anderen Fragen zum Thema „Happiness“ ist das aktuelle Ausstellungsprojekt von Stefan Sagmeister gewidmet. Zu sehen ist es derzeit im Wiener „Museum für angewandte Kunst“. „STEFAN SAGMEISTER: The Happy Show“ wurde bereits in einer Reihe von Städten in den USA und in Paris präsentiert, und überall wurde die „Happy Show“ zum Zuschauermagneten. Und auch in Wien bildete sich bereits bei der Eröffnung am 27. Oktober vor dem Eingang des MAK eine lange Schlange Wartender, weil die große Säulenhalle, wo die Veranstaltung stattfand, wegen Überfüllung gesperrt werden musste.

MAK-Ausstellungsansicht, 2015, STEFAN SAGMEISTER: The Happy Show, „Wie glücklich sind Sie?“. MAK DESIGN LABOR, © MAK/Aslan Kudrnofsky

MAK-Ausstellungsansicht, 2015, STEFAN SAGMEISTER: The Happy Show, „Wie glücklich sind Sie?“.
MAK DESIGN LABOR, © MAK/Aslan Kudrnofsky

Alle sieben Jahre schließt der austro-amerikanische Designer Stefan Sagmeister sein renommiertes New Yorker Studio für zwölf Monate, um sich freien Projekten zu widmen. Bei seinem letzten Sabbatical im Jahr 2009 erarbeitete er die Grundlagen für die „Happy-Show“. Dafür und für den „Happy-Film“, der noch in Arbeit ist, testete er selbst die unterschiedlichsten glückverheißenden Methoden, Techniken und Substanzen. Die dabei gemachten Erfahrungen spiegeln sich in witziger und pointierter Weise in der Schau wider. In seiner Eröffnungsrede im MAK, meinte Sagmeister, dass der Grund, die „Happy-Show“ zu machen, nicht etwa Depression gewesen sei, sondern die Tatsache, dass ein Vortrag von ihm zum Thema „Das Design und das Glück“ besonderes Interesse beim Publikum erweckt hatte. Das habe ihn insofern interessiert, als die Definition von sinnvoller Arbeit für ihn sei, dass die Dinge, die er als Designer gestalte, entweder jemandem helfen sollten oder „eventuell im besten Falle, dass jemand entzückt davon sein könnte“.

MAK-Ausstellungsansicht, 2015, STEFAN SAGMEISTER: The Happy Show, „Wie glücklich sind Sie?“. MAK DESIGN LABOR, © MAK/Aslan Kudrnofsky

MAK-Ausstellungsansicht, 2015, STEFAN SAGMEISTER: The Happy Show, „Wie glücklich sind Sie?“.
MAK DESIGN LABOR, © MAK/Aslan Kudrnofsky

Die Schau bietet eine multimedial aufbereitete Fülle an Informationen zum Thema. Doch nicht nur in Selbstversuchen Sagmeisters wurde der Content erarbeitet, sondern auch mit Hilfe von Psychologen, Anthropologen und Historikern wurde versucht, das Thema so breit gefächert, wie nur möglich, zu ergründen. Bei so vielen Glückserörterungen wird jedoch vermieden, falsche Hoffnungen zu erwecken. Deshalb warnt zu Beginn der Schau einer der Texte: „DIESE AUSSTELLUNG WIRD SIE NICHT GLÜCKLICHER MACHEN: Sie wird Ihnen Ihre Ängste nicht nehmen. Wenn Sie nachts in Ihr Kissen weinen, wird dieser Besuch im MAK nichts ändern.“ Und Sagmeister verrät auch den Grund für seine desillusionierende Botschaft, denn: „Niedrige Erwartungen sind eine ausgezeichnete Strategie“ wenn es ums Glück geht… Man möge also nicht allzu viel von der Ausstellung erwarten – und man wird positiv überrascht sein.

Weitere Hinweise:
MAK

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