Zürich: Plakate mit „Handzeichen“

Links: Josef Müller-Brockmann, 1955 © Shizuko Yoshikawa. Rechts: Gustav Gustavovič Klutsis, 1930

Aristoteles bezeichnete die Hand als das „Werkzeug aller Werkzeuge“, doch die Hand ist nicht nur Instrument, sondern auch Kommunikationsmittel. So ist die Hand auch ein Symbol für Aktivität und somit auch für Macht: man ist in der „Hand Gottes“ oder in der „Hand eines Herrschers“. Das Reichen der Hand ist ein freundliches Signal, ein Friedensangebot, die geballte Faust ein bedrohliches Zeichen der Aggression. In der Kunstentwicklung finden sich deshalb auch die vielfältigsten Darstellungen und Ausdrucksweisen für diesen speziellen Köperteil, der für lange Zeit in der christlichen Ikonographie auch als das Sinnbild Gottes galt.

Einer speziellen Facette der medialen Verbreitung der verschiedensten Handsymboliken ist derzeit in Zürich eine aufschlussreiche Plakatausstellung gewidmet. Unter dem Titel „Handzeichen“ zeigt das „Museum für Gestaltung“ an der „Nordwand“ im „Toni-Areal“ eine Zusammenstellung von Plakaten, deren visuelle Botschaften von Händen bestimmt sind. Eindrucksvoll beweist die Schau, wie Hände die gesamte Bandbreite menschlichen Verhaltens darstellen können – von der freundlichen Einladung bis zur mörderischen Bedrohung. Da schützt das „freundliche Handzeichen“ vor Unfällen, da drücken Gesten politische Gesinnungen aus und da kann auch die Hand zur bedrohlichen Kralle werden.

Kuratorin Bettina Richter ist jedoch nicht nur eine inhaltlich interessante Auswahl gelungen, sondern es haben die meisten der gezeigten Arbeiten auch eine besondere ästhetische Qualität. Dabei sind unter anderem so renommierte Gestalter wie Josef Müller-Brockmann, Gustav Gustavovič Klutsis, Olivero Toscani, Viktor Rutz oder Lucian Bernhard in der Ausstellung vertreten.