Zürich: François Berthoud – Opéra

Das Opernhaus Zürich zeichnet sich seit Jahrzehnten durch eine bemerkenswerte und auch international wahrgenommene Plakatwerbung aus. Gerade in den letzten Jahren gab es in diesem Bereich eine große Zahl von Hinguckern und Aufregern: Eine Handgranate für „Aida“, eine Rasierklinge für „Woyzeck“, eine Pistole für „Pique Dame“ oder eine Pille für „La Traviata“ – jede Produktion wurde da mit einem auffälligen und oft auch irritierenden Bildsymbol gekoppelt.

Für die einprägsamen und manchmal auch provokanten Illustrationen der neueren Zürcher Opernplakate zeichnet der Schweizer Designer und Illustrator François Berthoud verantwortlich. Der Grafiker wurde 1961 im schweizerischen Le Locle geboren und erhielt seine Ausbildung an der Kunstgewerbeschule in Lausanne. Danach ging Berthoud nach Mailand, wo er zu einem der weltweit gefragtesten Modeillustratoren wurde, der regelmäßig in so renommierten Magazinen wie „Vanity“ oder „Vogue“ publiziert.

Zürcher Opernplakate aus den Jahren 2013, 2015 und 2016, Illustration: François Berthoud, Gestaltung: Giorgia Tschanz, Konzept: Studio Geissbühler, Museum für Gestaltung Zürich, Plakatsammlung, © Opernhaus

Zürcher Opernplakate aus den Jahren 2012 und 2014, Illustration: François Berthoud, Gestaltung: Giorgia Tschanz, Konzept: Studio Geissbühler, Museum für Gestaltung Zürich, Plakatsammlung, © Opernhaus

Das Grundkonzept zur Opernplakat-Serie stammt aus dem renommierten Atelier des legendären Schweizer Grafikdesigners Karl Domenic Geissbühler. Dieser hatte von 1976 bis 2013 für den grafischen Auftritt des Zürcher Opernhauses gesorgt. Mittlerweile hat seine Tochter Nadine Geissbühler diese Aufgabe und auch die Atelierleitung übernommen.

Die ersten 48 der von François Berthoud für die „Oper Zürich“ illustrierten Plakate sind nun, von 18. März bis 29. Mai 2016, auf der vom „Museum für Gestaltung“ programmierten Nordwand in der Eingangshalle des Toni-Areals zu sehen. In der gemeinsamen und dichten Präsentation der Arbeiten wird die klare und stringente Konzeption dieser Werbelinie noch einmal beeindruckend erlebbar gemacht.

Weitere Hinweise:
Museum für Gestaltung Zürich