Salzburg: Affichomanie

Théophile-Alexandre Steinlen, 1896, Sprengel Museum Hannover (Detail)

Von „Affichomanie“ waren gegen Ende des 19. Jahrhunderts jene „Bildbegeisterten“ erfasst, die sich vor allem als Sammler mit dem neuen Medium beschäftigten – ja mehr noch, die den Plakaten in einer sympathischen Art von Zwanghaftigkeit verfallen waren.

Derzeit zeigt das Salzburger „Museum der Moderne“ in Zusammenarbeit mit dem „Sprengel Museum Hannover“ die Schau „Affichomanie. Toulouse-Lautrec und das Plakat um 1900“. Mit über hundert Objekten, die von Entwürfen über Kleingrafik bis zu den großformatigen Drucken reichen, wird der „Plakatwahnsinn“ der Jahrhundertwende eindrucksvoll und in ästhetisch ansprechender Weise dokumentiert.

Hans Rudi Erdt, 1912, Sprengel Museum Hannover

Hans Rudi Erdt, 1912, Sprengel Museum Hannover

Museumsdirektorin Sabine Breitwieser erläutert dazu: „Neben Schlüsselwerken der Belle Époque wie dem Divan Japonais von 1892/93 von Henri de Toulouse-Lautrec oder Théophile-Alexandre Steinlens Tournée du Chat Noir von 1896 bilden expressionistische Plakate aus den Beständen des Museum der Moderne Salzburg einen Höhepunkt der Ausstellung, wie Oskar Kokoschkas berühmtes Selbstbildnis für die Zeitschrift Sturm oder Egon Schieles Plakat Secession. 49. Ausstellung von 1918.“ Und Sammlungsleiterin Beatrice von Bormann ergänzt: „Mit wiederentdeckten Plakatentwürfen aus den eigenen Beständen wird ein wichtiges Stück Sammlungsgeschichte unseres Hauses erschlossen und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.“

Die Ausstellung auf dem Salzburger Mönchsberg ist noch bis 10. Juli 2016 zu sehen. Zur Schau ist auch ein Katalog erschienen.

Weitere Hinweise:
Museum der Moderne Salzburg