Wien: Haute Couture in der Grafik

Ernst Deutsch-Dryden, Theater der Moden, Berlin, 1913, © MAK (Ausschnitt)

Mode und Illustration waren seit jeher in einer engen Symbiose – steht die Zeichnung ja meist am Anfang einer Modekreation und sehr oft auch am Ende, wenn es nämlich darum geht, das Produkt so gut wie möglich darzustellen und zu publizieren.

Diesem interessanten und vor allem optisch sehr ansprechenden Thema widmet derzeit das Museum für angewandte Kunst in Wien eine sehenswerte Ausstellung mit dem Titel „Mode-Utopien. Haute Couture in der Grafik“. In der von Kathrin Pokorny-Nagel, der Leiterin der MAK-Bibliothek und der Kunstblättersammlung, kuratierten Schau werden 200 Objekte aus fünf Jahrhunderten zum Thema Bekleidung präsentiert: „Die Ausstellung MODE-UTOPIEN versteht sich dabei nicht als Gesamtüberblick über die Modezeichnung, sondern gibt anhand ausgewählter Highlights aus dem Bestand der MAK-Bibliothek und Kunstblättersammlung einen Überblick über die Phänomene der europäischen Modezeichnung“, so Pokorny-Nagel.

Anonym, Khevenhüller-Chronik, Madrid, 1625, Tinte und Tempera auf Papier, © MAK

Zu sehen sind dabei Abbildungen auf Einblattdrucken, in Büchern, in frühen Modezeitschriften und auf Plakaten. Die Khevenhüller-Chronik zum Beispiel ist da ein besonders herausragendes Artefakt unter den ausgestellten Objekten. Die illustrierte Familiengeschichte dokumentierte detailgetreu die exklusive Mode der adeligen Gesellschaft des frühen 17. Jahrhunderts und bot so später Bildmuster für die Modeentwürfe des Historismus.

Ende des 18. Jahrhunderts kamen die ersten illustrierten Modezeitschriften heraus, und insbesondere im Laufe des 19. Jahrhunderts hatten derartige Publikationen enorme Bedeutung für die Entwicklung der Mode selbst – eine Bedeutung, die bis in die Gegenwart anhält. Im Zuge der industriellen Fertigung von Bekleidung spielte auch die Werbung für diesen Wirtschaftszweig eine immer größere Rolle, was sich auch in einer Reihe von Plakaten widerspiegelt, die in der Ausstellung zu sehen sind.

Die Idee zu der Schau sei, so Kathrin Pokorny-Nagel, in Zusammenhang mit der sechsjährigen Aufarbeitung der umfangreichen Bestände an Gebrauchsgrafik, die sich in der MAK-Bibliothek und in der Kunstblättersammlung befinden, entstanden. Als ein weiteres Ergebnis dieses Forschungsprojektes wird 2017 die Publikation „Ephemera. Die Gebrauchsgrafik in der Kunstblättersammlung des MAK“ erscheinen.

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MAK aktuell

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