Robert La Roche: Coole Brillen

Robert La Roche, Sonnenbrille, Modell S-86, Werbekampagne Damenkollektion, fotografiert von Gerhard Heller (Fotomodell: Cordula Reyer), um 1990, Ausschnitt, ©Robert La Roche

Ich habe mir einmal den Spaß erlaubt, auszurechnen, wie viele Brillen ich in meiner Laufbahn verkauft habe: Konservativ geschätzt , müssen es an die vier Millionen besser sehende und besser aussehende Kundinnen und Kunden weltweit sein. Dieser Gedanke bereitet mir große Freude“, blickt Robert La Roche auf seine Arbeit als Brillendesigner zurück: „Auf jedem Bügel dieser Millionen verkaufter Brillen findet sich neben meinem Namen auch der Zusatz ‚Vienne‘ – als kleiner, aber wichtiger Hinweis auf ihren Ursprung in der Stadt Wien, einer Metropole der Kreativität, der Kultur und des Designs .“

Im „Museum für angewandte Kunst“ in Wien ist derzeit eine spannende Ausstellung über das beachtliche Oeuvre von Robert La Roche zu sehen, der 500 Arbeiten aus seinem privaten Firmenarchiv dem Museum  geschenkt hat.

Die Schau gibt nicht nur interessante Einblicke in einen speziellen Aspekt der Mode-Entwicklung von den 1970er bis in die 1990er Jahre, sondern bietet auch reiches Anschauungsmaterial zur Werbegeschichte dieser Jahrzehnte. Denn La Roche kam ursprünglich aus der Werbebranche, und erst mit der Bewerbung des Produktes Brille entwickelte er sich selbst zum Produktdesigner.

Robert La Roche, Sonnenbrille, Modell S-88,Werbekampagne Damenkollektion, fotografiert von Gerhard Heller, um 1990, © Robert La Roche

Robert La Roche, Sonnenbrille, Modell S-88,Werbekampagne Damenkollektion, fotografiert von Gerhard Heller, um 1990, © Robert La Roche

So ist der werblichen Inszenierung der Marke in der Ausstellung konsequenterweise breiter Raum gegeben. La Roche arbeitete besonders eng mit der Agentur GGK zusammen, wo der legendäre Creativ Director Christian Satek in Zusammenarbeit mit dem Fotografen Gerhard Heller die coole Corporate Identity der Brillenfirma prägte. Über die Ausstellung hinaus gibt es zu diesem Themenkreis einige hoch interessante Begleitveranstaltungen, wie etwa eine Dialogführung mit dem Grafikdesigner Andreas Berger, ein Ausstellungsgespräch zum Thema „Wie inszeniere ich eine Brille“ mit Robert La Roche, Christian Satek und Gerhard Heller. Wem das zu theoretisch ist und wer an seiner eigenen Brillenwahl Zweifel hat, kann sich bei der Finissage am 25.9.2016 von Robert La Roche selbst stilistisch beraten lassen.

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