Online: „Österreichische Plakatkunst“ von Ottokar Mascha

© Oberösterreichische Landesbibliothek

Erfreuliches gibt es aus der „Oberösterreichischen Landesbibliothek“ zu vermelden: das historische Standardwerk „Österreichische Plakatkunst“ von Ottokar Mascha wurde dort digitalisiert und ist nun online einzusehen.

Mascha wurde 1852 in Pilsen in Böhmen (heute Plzeň, Tschechien) geboren, war in Prag und ab 1897 in Wien als Anwalt tätig. Daneben war er als Sammler und Kunstpublizist überaus erfolgreich: Einerseits brachte er es zu einer nahezu vollständigen Grafik-Kollektion mit Werken des belgischen Künstlers Félicien Rops, anderseits baute er eine der – auch europaweit gesehen – bedeutendsten Plakatsammlungen seiner Zeit auf. Kein Zufall, dass die entsprechenden Sammlungen der „Albertina“ sowie der „Österreichischen Nationalbibliothek“ auf Schenkungen von Mascha zurückgehen.

1915 publizierte Ottokar Mascha den repräsentativen Prachtband „Österreichische Plakatkunst“, der nicht nur aufgrund der kenntnisreichen Darstellung der Materie zu einem Standardwerk wurde, sondern auch aufgrund der reichen Ausstattung und der klein gehaltenen Auflage bald zu einer bibliophilen Kostbarkeit. Es erschienen 200 Exemplare mit Leineneinband und 30 Stück in Lederbindung. Um die Veröffentlichung des Werks zu ermöglichen, musste der Autor einen Großteil der Herstellungskosten selbst übernehmen.

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In der Fachwelt stieß das Buch auf unterschiedliche Meinungen, doch einig war man sich darin, dass in der damals bereits vorhandenen Literatur zum Thema Plakat die österreichische Szene vernachlässigt worden war. So hieß es im „Deutschen Bibliophilenkalender“ aus dem Jahr 1916 etwa: „Das vorliegende Buch ist das erste selbständige Werk über österreichische Plakatkunst und auf kunsthistorischer Grundlage aufgebaut. Wie der Verfasser im Vorworte sagt, erhebt es durchaus nicht Anspruch auf Vollständigkeit. Denn der größte Teil, besonders das älteste Material, ist schon verschollen und wohl für immer unwiederbringlich verloren. Es soll nur die Früchte vieljährigen Sammelns auf einem bestimmt umschriebenen, in Österreich fast gänzlich brachliegenden Sammelgebiete zusammenfassen und Stichproben von österreichischen Künstlerplakaten geben, die mehr oder weniger schon der Vergangenheit angehören, aber es doch verdienen, vor Vergessenheit bewahrt zu werden.“

Sehr verdienstvoll also, dass die „Oberösterreichische Landesbibliothek“ nun die „Österreichische Plakatkunst“ von Ottokar Mascha in ihr Digitalisierungsprogramm aufgenommen hat. Der Zugang zum Online-Material der Bibliothek erfolgt sehr komfortabel und bietet verschiedene Möglichkeiten der Erschließung in Form von Bildanzeige, Seitenvorschau, Volltext und DFG-Viewer. Jedes Wort kann in dem Buch direkt abgefragt und gefunden werden, was die Arbeit an der Materie unglaublich erleichtert.

Weitere Hinweise:
Die digitale Landesbibliothek Oberösterreich

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