Maria Biljan-Bilger: Leben und Werk

Maria Biljan-Bilger, Spielplastik, 1967, Maria Biljan-Bilger Ausstellungshalle in Sommerein (Foto: B. Denscher)

Unter den vielen bemerkenswerten Künstlerinnen Österreichs gehört die 1997 verstorbene Maria Biljan-Bilger wohl zu den interessantesten. Sie hat sich vor allem als Bildhauerin, Keramikerin und Textilgestalterin einen Namen gemacht. Auf Initiative ihres Ehemannes, des Architekten Friedrich Kurrent, ist anlässlich des 100. Geburtstags der Künstlerin nun eine beeindruckende Monografie erschienen: „Maria Biljan-Bilger – Leben und Werk“ lautet der Titel des Buches. Dieses enthält neben einer von Kurrent verfassten, detailreichen Biografie auch eine autobiografische Skizze von Maria Biljan-Bilger und einen Text, den der Kunsthistoriker Wieland Schmied 1990 über die Künstlerin schrieb. Besonders wertvoll macht die Publikation ein von Alice Reininger erarbeitetes Verzeichnis der Werke von Biljan-Bilger.

Straßenbahnplakat, Entwurf: Maria Biljan-Bilger, 1957, 34x37 cm

Straßenbahnplakat, Entwurf: Maria Biljan-Bilger, 1957, 34×37 cm

Der reich illustrierte Band gibt einen Überblick über das Oeuvre der Künstlerin und zeigt, wie sehr es ihr darum ging, möglichst viele Menschen mit ihren Arbeiten zu erreichen. Daher arbeitete sie vor allem für den öffentlichen Raum – für private Auftraggeber oder den Kunsthandel war sie kaum tätig. Denn sie war der Überzeugung, dass Kunst und Alltag keine Antagonismen sein sollten: es war ein sozialer Begriff von Kunst, der sie bewegte. In diesem Sinn schuf sie Plastiken für Gemeindebauten und Skulpturen für Kinderspielplätze ebenso wie Glasfenster für Kirchenräume.

Auch gebrauchsgrafische Arbeiten gehörten zum Werk von Maria Biljan-Bilger. So etwa gestaltete sie in den 1950er Jahren in Zusammenarbeit mit dem Grafikdesigner Peter Perz einige Covers für Geschäftsberichte der „Zentralsparkasse der Gemeinde Wien“. Ein besonderer Fund ist ein bisher unbekanntes Plakat von Maria Biljan-Bilger für die Zentralsparkasse, das nunmehr in das Werkverzeichnis aufgenommen werden konnte. Grundlage für die „Entdeckung“ war die von Julia König verfasste Studie „Die Plakatwertungsaktion der Stadt Wien 1951–1961“. Darin wird belegt, dass die von Biljan-Bilger geschaffene Affiche als eines der vier besten Plakate aus dem Mai 1957 ausgezeichnet wurde. Die drei anderen damals prämierten Plakate stammten aus dem Atelier Hofmann, von Arthur Zelger und von Kurt Moldovan. Angesichts der – gerade für damalige Begriffe – erstaunlichen Modernität und damit unbestreitbaren Qualität des Plakatentwurfes von Biljan-Bilger ist eine Anerkennung wie diese nicht verwunderlich.

Neben dem Buch „Maria Biljan-Bilger. Leben und Werk“ ist als weitere Aktivität zum 100.Geburtstag der Künstlerin in der „Maria Biljan-Bilger Ausstellungshalle“ im niederösterreichischen Sommerein bis Ende Oktober eine repräsentative Ausstellung zu sehen.

Maria Biljan-Bilger. Leben und Werk, Salzburg 2012.

Weitere Hinweise:
Maria Biljan Bilger

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