Werner Hölbl – Vom Fahrzeug zum Fernglas

Man kann Andreas Koop, dem Herausgeber der Dokumentationsreihe „/design/er/leben/“ nicht genug danken dafür, verhindert zu haben, „dass wertvolle kultur- und markengeschichtliche Informationen, Daten und Beispiele hervorragender Gestaltung verloren gehen“, wie Severin Filek, der Geschäftsführer von designaustria, im Vorwort zum mittlerweile zwölften Büchlein dieser Reihe schreibt. Dieses ist dem 1941 in Wien geborenen und international noch immer tätigen Werner Hölbl gewidmet und trägt den Untertitel „Vom Fahrzeug zum Fernglas“. Dieser Untertitel weist schon auf das breit gefächerte Schaffen von Hölbl hin.

Am Anfang steht ein Lebenslauf, der zugleich Inhaltsangabe ist, alle wichtigen Daten im Leben des Designers aufzeigt und auf welcher Seite man Genaueres darüber findet. Nun soll hier nicht das Leben des Werner Hölbl von seiner Kindheit in der väterlichen Karosseriebau-Werkstätte über die Berufsausbildung bis hin zu den unzähligen internationalen Orten, an denen er tätig war, im Detail nacherzählt werden. Nur so viel sei erwähnt: Es bleibt einem der Mund vor Staunen offen über die Vielseitigkeit dieses Mannes. Was an dem Buch über ihn so besonders besticht, ist sein Stil. Man hört durch das Schreiben von Andreas Koop durch, was ihm – und wie begeistert von seiner Tätigkeit – Werner Hölbl alles erzählt hat. Das ist das eine, das andere ist, wie der Autor, der ja selbst ein Designbüro leitet und auch an verschiedenen Hochschulen unterrichtet, es schafft, Grundsätzliches, Essentielles zum Thema Industriedesign einfließen zu lassen.

Am Beispiel der Biografie von Hölbl kann Andreas Koop aufzeigen, wie dort – wenn es funktioniert – das Zusammenspiel von Technik und Design Produkte hervorbringt, die mit nationalen und internationalen Preisen ausgezeichnet wurden. Dann gibt es im Erzählen des Lebenslaufs Einschübe, die dem sowieso spannenden Wirken Hölbls besondere Farbtupfen aufsetzen. Eines sei noch hervorgehoben, weil ja davon die Rede war, dass Werner Hölbl noch immer tätig ist: er arbeitet ohne Computer, nur mit der Hand – wie das übrigens vor kurzer Zeit auch ein international tätiger österreichischer Architekt über sein Schaffen festgestellt hat: „Denn das Zeichnerische ist es, die Ideenfindung, das Plastische, um das es geht!“

Der zweite Teil des Buches zeigt Fotos und Skizzen von Hölbls Projekten, also Autos, Skischuhe, Fahrradhelme, medizinisch-technische Geräte und schließlich Ferngläser und Zielfernrohre. Den ruhmreichen Abschluss des Buches bildet die Reihe der nationalen und internationalen Auszeichnungen Werner Hölbls.

Koop, Andreas: Werner Hölbl. Vom Fahrzeug zum Fernglas , Wien 2014 (=/design/er/leben/, 12. Bd).