Werbung für Red Bull

Leonardo, 1992 (Alle Abbildungen: © Illustration Horst Sambo, Kastner & Partners in Frankfurt, Red Bull GmbH Fuschl am See)

Ein Markenartikel beinhaltet mehr als das bloße Produkt und eine gewisse Sicherheit für eine kontinuierliche Qualität – denn auch das Firmenimage und ein entsprechendes Lebensgefühl sind inbegriffen. Diesen gleichsam „ideologischen Mehrwert“ vermittelt die Werbung in ihren verschiedensten Ausprägungen.

Einen der international eindrucksvollsten Marketingerfolge der letzten Jahrzehnte konnte der österreichische Unternehmer Dietrich Mateschitz mit dem Energy Drink Red Bull lancieren. Der besondere Clou war dabei, ein Massenprodukt zu kreieren, mit dem aber das Image von Individualismus und Nonkonformismus glaubhaft vermittelt werden konnte.

Leonardo II, 1992

Am 1. April 1987 wurde der erste dieser Energydrinks in Österreich verkauft. Innerhalb von relativ kurzer Zeit wurde eine Weltmarke daraus. Neben der Originalität des Produkts hatte die Konsequenz der unkonventionellen Werbung großen Anteil am Erfolg. Rund um den populären Slogan „Red Bull verleiht Flügel!“ wurden von dem Firmengründer Dietrich Mateschitz, dem Werber Johannes Kastner von der Agentur „Kastner & Partners“, dem Art Director Horst Sambo und dem ungarischen Filmstudio von Tibor Hernádi eine Kampagne kreiert, die das Produkt international bekannt und populär machte. Mittlerweile läuft die Kampagne erfolgreich in über 100 Ländern.

Taube, 1998

Leonardo IIDer nachhaltige Erfolg der Plakate, Inserate und Animationsfilme hängt wohl auch mit der dieser Kampagne inhärenten Ironisierung von Werbung im Allgemeinen zusammen. Denn die Werbeversprechung „verleiht Flügel“ ist eine klar erkennbare Übertreibung, durch die das Produkt mit einem gewissen „Augenzwinkern“ angeboten wird. Die dafür produzierten Kurzfilme zeigen durchgehend diese humorvolle Hinwendung zu den Konsumentinnen und Konsumenten.

Max und Moritz, 2000

Nun widmet das Karikaturmuseum Krems in Niederösterreich dem Werbe- und Marketingphänomen „Red Bull“ aus Anlass des 30-jährigen Bestehens des Produkts eine umfassende Ausstellung. Kurator und Museumsdirektor Gottfried Gusenbauer hat dafür eine repräsentative Schau mit über 200 Originalzeichnungen, Trickfilm-Einzelzeichnungen, Skizzen und Entwürfen zusammengestellt. Anhand der Objekte wird damit anschaulich und weit über den konkreten Einzelfall hinausgehend erklärt, wie erfolgreiche Werbung funktionieren kann.

Zur Ausstellung, die bis 11.März 2018 gezeigt wird, gibt es auch ein umfangreiches Vermittlungsprogramm; ein reich illustrierter Ausstellungskatalog mit dem Titel „Wie der Bulle fliegen lernte. Die Cartoons von Red Bull“ ist ebenfalls erschienen.

Weitere Hinweise:
Karikaturmuseum Krems